Suffering

Nur wer leidet lebt….

Zumindest wenn man nach Nietzsche geht, bringt uns nur das Leiden dem Urkern unseres Seins am Nächsten. Vielen werden nun meinen, dass nur der glückliche Mensch das Leben in vollen Zügen auskostet. Im Prinzip würde ich dem nicht widersprechen, doch bedeutet Lebensfreude gleich, dass man sich seines Lebens bewusst ist?  Das ist etwas worüber ein, zwei Gedanken verschwendet werden sollten. Denn tatsächlich denkt ein Mensch, der sich in einem Moment vollkommener Euphorie und Glückseligkeit verliert nicht über den Tod nach und nur der Tod ist der Indikator für unsere Sterblichkeit und somit für unser Leben. Kann man Nietzsche also Recht geben? Jeder, der schon einmal einen Moment voller Einsamkeit und Leid durchlebt habt, weiß erst dann das er existiert, denn in solchen Momenten wird das eigene Sein hinterfragt. Todessehnsüchte, Wehmut und Schmerz will man mit dem Leben nicht unbedingt in Verbindung bringen, aber tatsächlich kann keiner leugnen, dass er in Momenten größtem Leids (ob psychisch oder physisch) einmal etwas in der Art sagte wie : „Gott, am liebsten würde ich sterben!“ und mit dieser Aussage hat man sein Leben mehr bejaht, als in jedem Moment der trancehaften Glückseligkeit.

Also meine Lieben, habt Mut zum Leid und somit Mut zum Leben.

-M.T.L.

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5 Gedanken zu “Suffering

  1. Nein.
    Nietzsche war ein Wichser.
    Darf man sowas sagen?

    Irgendwie hat er ja recht.
    Aber er wirft trotzem daneben.

    Durch das Leid lebt man nicht.
    Man denkt nur mehr über sich nach.
    Flüchtet in den eigenen Kopf.
    Die Momente des Zögerns strecken sich.
    Man fühlt das Feuer bereits,
    bevor man die Hand darüber hält.
    Man möchte zurückzucken bevor man den Arm austreckt.
    Man erwartet den Schmerz.

    Ich glaube so kann ich das stehen lassen.

    Freude auf der anderen Seite vertieft nicht den Geist.
    Das ist wohl wahr.
    Freude ist eine Schwebe.
    Jede Schwere ist dabei ein Hinderniss.
    Auch die des Geistes.
    Freude lockert die Zeit.
    Alles was grob ist wird fein und rieselt ohne Reibung.
    Freude ist kein Gedanke sondern ein Sinnspiel.
    Ein warmes Gefühl auf dem man gleitet.
    Manchmal ist sie ein Rausch und manchmal erscheint sie als Gelassenheit.
    Freude ist die Kunst einzelne Momente in sich aufzunehmen als wären es Jahre.

    Für mich?
    Hm, das ist kompliziert.

    Für mich ist es ein Wechselspiel.
    Leid ist als ob man eine Grube aushebt.
    Man trägt die Unschuld ab und schafft eine Vertiefung.
    Was bleibt ist nur ein Loch.

    Aber…
    Es ist dieses Loch das man mit Freude füllt,
    wenn es denn Zuversicht regnet.
    Die Fähigkeit zu leiden ist proportional zur Fähigkeit zur Freude.
    Das selbe Loch das man aushabt um das man weniger wird,
    ist das was sich mit Freude füllt.
    Das größte Wohlgefühl ist wenn sich die Wunden schließen.
    Darum haben Menschen die viel gelitten haben,
    das schönste Lächeln.

    Für diesen Effekt gibt es ein Wort: Dankbarkeit.
    Menschen die gelitten haben sind dankbar für ihre Freude.
    Sie empfinden tiefer als seichte Freude die sie für selbstverständlich halten.

    Man lebt wenn man fühlt.
    Für so einfach halte ich es.

    Gefällt 1 Person

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