Reisebericht

Ich komme mir vor wie in einem beschissenen Film. Ein tragender Soundtrack in meinem Ohr, die Welt zieht am Busfenster vorbei und ich starre trübselig hinaus.
Ich hasse solche Momente.
Wir hatten das schon, das Leiden bringt einen seiner Existenz näher.
Allerdings möchte ich gerade lieber kotzen, als über meine Existenz nachzudenken.
Das Kotzen erscheint mir gar nicht so abwegig zu sein.

Ich lenke mich ab. Starre in der Busscheibe die Reflexion meiner Selbst an. An meinem Hals bleibe ich kleben, an der kleinen Kuhle zwischen meinen Schlüsselbeinen. Dort starre ich die zuckende Bewegung meines Puls an. Der Hinweis auf ein Leben in mir. Paradoxerweise beruhigt mich der Beweis meines Lebens anhand meines atmenden Körpers, genauso sehr, wie mich die bloßen Gedanken daran beunruhigen.

Dennoch fühle ich eine Leere und Schwärze in mir, dass ich mich wundere ob ich wirklich existiere oder nur ein wandelnder Schatten bin. Vielleicht sehen mich alle anderen Leute gar nicht…
Gemessen an der Beachtung die man mir schenkt ist das durchaus im Bereich des Möglichen.

Nun, da ich weiß, dass ich non-existent bin, halte ich mir zwei Finger an den Kopf, drücke ab, fühle meine geistige Existenz erlöschen und lächle zum Abschied ein süffisantes Grinsen.

-M.T.L.

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